Der Technik-Mörder

Seit ich denken kann begeistere ich mich für Technik. Schon als keiner Junge überredete ich meine Mutter regelmäßig, mit mir in die Technikabteilung des Lüneburger Karstadts zu gehen. Wie auch sonst mit allen Dingen, verbrachte ich viel Zeit dort und schaute mir alles genauestens an, bis ich verstand, wie etwas funktionierte. So bin ich heute noch.
In dieser Zeit habe ich auch einige technische Geräte besessen. Ganz klar als eine der ersten Sachen erinnere ich, mit Modellbahn-Lämpchen ein Beleuchtungssystem für die „Höhle“ unter meinem Hochbett gebaut zu haben. Außerdem schloss ich zum Beispiel mal ein Mikrofon an meine Stereoanlange an, legte meine recht teuren Boxen auf den Boden und beobachtete, wie das in die Membrane gefüllte Wasser zu tanzen begann, wenn ich in das Mikrofon sprach. Damals wusste ich es nicht besser, baute gedankenlos Geräte auseinander um sie anschließend nicht mehr zusammen zu bekommen. Oh ja, in irgendeiner Hinsicht war ich ein „Technik-Mörder“.
Im Jugendalter kam irgendwann der erste MP3-Player. Damals ein Walkman-Gerät von Sony mit einer gigantischen Kapazität von einem Gigabyte. Ich verlor die CD, auf der die Software zum Bespielen dieser Geräte lag. Sie spielten nämlich nur ATRAC-Dateien ab. Großer Mist. Mein Opa fuhr also noch einmal zu Media Markt und kaufte den gleichen MP3-Player. Ich hatte nun also zwei Stück. :D Dann hatte ich wegen meiner Begeisterung für Videos einen Camcorder von Panasonic. Geiles Teil.
Später folgte ein ein erstes Handy für Notfälle. Von Alcatel. Monochromes Display, keine Uhr. Noch später das erste „Smartphone“, ein Sony-Ericsson K800i, mit dem ich pro Tag gefühlte 5000 Fotos machte. Als ich dieses einmal mitgewaschen und -getrocknet hatte war es hin. Danach folgte ein Nokia N95, welches von Anfang an irgendwie cool war, weil es alles konnte, aber gleichzeitig auch nie „rund“ lief. Irgendwann gesellte sich zu dem Smartphone ein iPod Classig der 6. Generation mit 160 GB-Festplatte. Irgendwann war die Festplatte hin, ein Austausch war zu teuer und so kam dann ein iPod touch. Mein erstes iOS-Device wurde irgendwann durch einen MiFi ergänzt. Später dann nach Selbstbastel-PC, Medion-Technikschrott und Asus eeePC ein MacBook Pro. Und dann ein iPhone 4, welches ich noch heute nutze…

Von diesen Geräten hat nicht eines wirklich immer funktioniert. Die Akkulaufzeit der Sony-MP3-Player war schrecklich, die des Alcatel Handys auch. Der Panasonic-Camcorder war mistig verarbeitet. Das Sony Ericsson-Handy war langsam, konnte aber schon Mails pushen (ich lasse mir meine Mails schon seit 2006 zupushen). Das N95 lief wie gesagt nie wirklich rund und man konnte eigentlich gar nicht von Akkulaufzeit sprechen, wenn es für den Mail-Push immer eine Internetverbindung hielt. Außerdem war es trotz hohem Preis wie der letzte Dreck verarbeitet. Der iPod Classic kam nicht so recht mit meinen ca. 80.000 Songs klar und fror regelmäßig einige Sekunden ein, wenn man in eine andere Wiedergabeliste wechselte. Der iPod touch verlor meine zuvor erarbeite Anhimmelung, als er trotz Stummschaltung mal während einer Klassenarbeit einen Notification-Sound von sich gab. Der MiFi hatte immer wieder Verbindungsprobleme. Mit Windows ME und später XP auf dem Selbstbastel-PC hatte ich immer Treiber- und Geschwindigkeitsprobleme. Mit dem Medion-PC ging es dann ein paar Jahre gut, aber auch dieser fiel dann langsam auseinander. Technikschrott, wie gesagt. Der eeePC ging auch recht schnell mechanisch kaputt und ich verkaufte ihn für zu wenig Geld an einen Bekannten. Das MacBook Pro war die Erfüllung eines Traums – bis sich die Festplatte verabschiedete. Seitdem mache ich penibel Backups und musste aufgrund von Dateisystem-Fehlern schon drei Mal in zwei Jahren wiederherstellen. Das iPhone war toll und ist es immer noch, nur fehlt mittlerweile der Proximity-Sensor, weil ich ihn beim Zusammenbauen nach dem Austausch des Lock-Buttons mal vergessen habe. Also ja, es ist ein Flickenteppich, der seit iOS 6 auch gerne mal mit 30% Akkuladung aus geht. Ich vertraue also keinem meiner Geräte blind. Und das ist vielleicht sogar ganz gut so… :D