Momente: Leaving Mannheim

Gräuliche Häuser und Fabrikhallen ziehen am Fenster vorbei, ich bin völlig außer Atem. Mannheim – wie kann so viel Hässlichkeit bitte auf einem Fleck existieren?
Natürlich war die Regionalbahn von Heilbronn, weg von Max, viel zu spät in der Heimat des türkischstämmigen aber deutschen Flachkomiker mit den schwarzen langen Haaren angekommen, sodass von den planmäßig zehn Minuten Aufenthalt noch mickrige fünf übrig geblieben waren. Ich hatte jedoch einen solchen Hunger und gleichzeitig die Unlust verspürt, für ein pappiges Baguette im Bordbistro mindestens drölfzig Euro auszugeben, und hatte mich daher getraut, die Bahnhofshalle und dort einen Ditsch aufzusuchen, an dem vor mir jedoch Menschen, die weder des Deutschen noch des Englischen mächtig zu sein schienen, eine ganze Kiste voller Pizzen bestellten.
Nun halte ich ein Brötchen (oder hier wahrscheinlich „Wecke“) in der Hand, auf dem sich langsam dunkelgelb anlaufender Käse zusammen mit braunem Salat und schrumpeligen Tomaten zwischen Roggenteig drängt, welcher in Wahrheit Weizenteig mit Färbung ist. Wenn ich es gleich ob des Raschelns der Tüte unter genervtem Beäugen durch schlecht gekleidete Mitreisende gegessen haben werde, wird mein Hunger nicht gestillt sein.
In der Lautsprecherdurchsage erscheint der Hinweis, dass dies der ICE nach Berlin Ostbahnhof sei (nicht dass das auch am Bahnsteig angezeigt würde) – anscheinend gibt es genug dumme Menschen, die Gleis 2 nach Berlin mit Gleis 3 nach Köln verwechseln. Warum lebe ich in einer so von Verblödung durchtränkten Welt?
Der ICE 1 macht merkwürdige Geräusche, die ein baldiges Auseinanderfallen des Zuges zumindest in meinen Ohren realistisch erscheinen lassen. Natürlich hat der Zug keinen Hotspot, warum auch?
Mit dem Deutschlandpass durch Deutschland reisen kann auch ziemlich nervig sein, wenn man Pech hat. Aber zumindest ist eines gegeben:
Ich fahre vorwärts. o/
…wobei, nichtmal das. Gleich in Frankfurt ändert sich die Fahrtrichtung ja. -.-